Vienna

July 30, 2006

Während ein mitstreiter, also einer der mit einem streitet, einen stock höher, gleich schräg gegenüber, eine diagonale ziehend, eben jener, völkstümliche gesänge hört, die mit einer absolut grauenerregenden zielsicherheit in mein zimmer strömt, ja dann weiss man warum man diese stadt hasst.
Ein platz, undefiniert früher, sehr definiert heute, wo einige menschen auf engstem raum versuchen zu wohnen, sich dabei gegenseitig in die quere kommen, sich und anderen das leben zur hölle machend. Kaum eine minute in der man nicht der ungewollte zuhörer eines streits wird, und man schon instinktiv wie ein theaterbesucher partei für jenen oder dem anderen egreift, und doch so gut wie gar nichts über die leute weiss, die nur 3 meter entfernt – getrennt durch beton – ihr eigenes leben führen. Abartig ist es zu wissen dass man sein leben unbeabsichtigt an andere knüpft. Wenn die alte nachbarin, welche so gerne in den congo telefoniert und deren mann gerne den theaterbesuch vergisst wenn A. mal wieder anrief und sie ein gespräch führten, wenn diese dame wütend an die wand klopft, die wand welche mein schlafzimmer von ihrer küche trennt, um mir eine standing ovation zu geben, für das eben gelungene schauspiel einer extatischen vereinigung mit meinem liebhaber. Man konnte ihre wut förmlich riechen, oder war es ihr frühstück? Was für einen gesichtsausdruck mag sie gehabt haben, als sie gegen die wand hämmerte, seltsamer weise so im untakt zu dem gerade geführten liebesspiel? Es brachte micht tatsächlich fast aus dem takt! war sie nicht absolut erfreut über den umstand ein teil meiner intimsphäre zu sein, und mein leben so ungewollt mit mir zu teilen? Wohl kaum. genauso wenig wie es mich erregt zu wissen was diese dame mit einer anderen dame so nett zu plauschieren hat, während sie fröhlich munter aus dem fenster telefoniert, geradewegs hinein in mein wohnzimmer, welches am wenigsten schutz für mich bedeutet. Der Vorraum bietet einem jedem im stiegenhaus einblick, da die fenster zwar uralt und staubig und getönt sind, aber gewiss fähig sind konturen einer person darzustellen, die langsam nackt herumschlendert um sich ein kühlendes getränk aus dem kühlenden kasten zu holen. Die küche, welche durch einen vorhang vor dem angsteinflössenden schacht getrennt ist, mag mich auch nicht reizen.
Man lebt in dieser stadt, wird teil von ihr, diesem monströsen ding dass leute verschlingt und hie und da voller spucke ausspeit, und möchte nur weg von hier.
Jeden Tag der mich von neuen überzeugt dass misantrophie eine begründete gefühlswallung in wien ist, zermürbt einen bereits zu kaffee zermürbten verstand. Wenn fremde zudringlich werden, in dem seltsamen wurm in dem man steigt, halb verdaut im sommer wird, nur um von A nach B zu gelangen. Wenn man von fremden bedrängt wird, die meinen dass man sofort für alles bereit ist, nur weil man zufälliger weise eine vagina hat. Meine Vagina hat keine open hour für lackierte lackaffige lackschnüffelnde herren, und schon gar nicht in wien.
Man erkennt nach einiger zeit dass man abgestumpft ist, wie ein stecken den man zu oft in die erde gestochen hat, und kein noch so erbärmlicher obdachlose scheint einem vors auge zu führen wie krank das alles doch ist. man ist ja schließlich darauf bedacht nicht linkslinks zu sein, sondern es ist gerade modern rechts-mitte zu propagieren.
Heute sah ich den blonden jungen herrn in dem braunen wurm gen gürtel wieder, er ging schwankend durch den zwischenmagen des wurms, und bat mit zittriger stimme um almosen. Ich kenne ihn schon seit ich hier wohne, was – zugegebenermaßen – eine verdammt lange zeit ist, wenn man bedenkt dass ich nicht mal seinen namen kenne. Ich habe aufgegeben mir gedanken zu machen warum er da landete wo er heute ist. Alle möglichen geschichten ließ ich mir einfallen, und keine war tragisch genug um zu beschreiben wie es zu diesem verfall kam. Als der wurm im  nächsten wurmloch hielt, sah ich nochmal zu ihm auf. Er stand dort, an der tür, mit zugekniffenen augen, und tränen. Ich sah wieder weg, und biss mir verkrampft auf die unschuldige lippe, und mahnte mich zur gleichmut. Gleichmut ist eine schneidige sache, weil  man sich dadurch alle möglichen dinge erspart. schwermut, mitgefühl und dergleichen sind zu anstregend als weiterhin als hobby geführt zu werden. Kälte und Egoismus sind tres schick, und werden bis zur mannigfalten hysterie entwickelt. Wie oft tanzte mein magen tango als ich minderjährige mädchen konkubinenhaft durch die nacht springen sah, und mir einredete dass dies eben mal so die zeit ist. Man fühlt sich elendig alt, und verbraucht, und fragt sich ob man die phase der kindlichen prostitution hinter sich hat, oder sie mit einer gehörigen midlifecrisis erst kommt. Wie seltsam es sich anfühlt in dieses alte haus zu marschieren, die tür aufzusperren, und zu erkennen dass man mit diesen wänden nichts gemeinsam hat, und sie nicht lieben kann. Automatisierte vorgänge kann man nicht ernsthaft lieben, man akzeptiert sie eben nur. und Wien ist ein automatisierter alptraum der alltäglichen quälerei.
in gedanken packt man seine sachen und entflieht ins la la land, wo alles la la famos ist. abgefeimte sache, das weglaufen von der realität. Doch irgendein verkorkster teil des selbst ermahnt einem immer wieder dazu doch rational zu denken. wohin willst du eigentlich? willst du dort verhungern? und sofort kneift einem das eingeprügelte wissen von armut, du-musst-eine-arbeit-haben, und warme-wohnung-ist-ur-arg-wichtig, und die kindheitserinnerungen krallen sich mit allzu bösen krallen in den gedanken, und zerfleischen ihn. Wie wohl indoktriniert das ganze ist. Man braucht kein hirnloser baumumarmer zu sein, um einen gehörigen hass auf eine stadt zu entwickeln, welche von braunen unrat, multi-kulti-ist-fehlgeschlagen gestank nur so trieft.

Summer

July 30, 2006

Please Mr. Sun, go and die.

Even the bee was feeling way too hot to actually try to sting me. that little bastard. i nearly sat down on him.

1
Using the subway in summer is the most disgusting thing. Just as disgusting as the upcoming election. Whenever i think austrian politicans cant become more disturbing, the next election proves me wrong.

3
Other than that, its tres fun to make pointless blog entries. Thats so… 2006, baby.

!

July 27, 2006

was für eine bescheuerte idee…..